Motorradtour Island – 9 bis 10 Tage

9–10 Tage Motorradtour Island: Streckenführung, Höhenmeter, Sehenswürdigkeiten und Übernachtungstipps für deine Reise nach Island.

Motorradtour Island – 9 bis 10 Tage durch Feuer, Eis und unendliche Weite

Island ist kein klassisches Motorradrevier, sondern eine Expedition auf zwei Rädern. Wer sich für eine 9- bis 10-tägige Motorradtour rund um Island entscheidet, erlebt eine Reise, die weit über das reine Fahren hinausgeht. Es ist ein Eintauchen in eine Landschaft, die geologisch jung, klimatisch unberechenbar und ästhetisch überwältigend ist. Zwischen aktiven Vulkanzonen, gigantischen Gletschern, schwarzen Lavawüsten, grünen Moosteppichen, tief eingeschnittenen Fjorden und endlosen Küstenstraßen entfaltet sich ein Fahrgefühl, das in Europa einzigartig ist.

Im Gegensatz zur kompakten 7-Tage-Variante erlaubt eine 9- bis 10-tägige Tour deutlich mehr Tiefe: mehr Zeit für Hochlandabstecher, intensivere Naturerlebnisse, kürzere Tagesetappen, flexiblere Wetterplanung und bewusste Pausen. Dadurch wird aus einer sportlich ambitionierten Rundreise eine echte Entdeckungstour mit Abenteuercharakter.


1. Allgemeine Beschreibung der Motorradroute

Die Motorradtour Island – 9 bis 10 Tage – ist als Rundreise konzipiert und beginnt sowie endet in Reykjavík. Die Basis bildet die legendäre Ringstraße (Route 1), die Island einmal vollständig umrundet. Ergänzt wird sie durch gezielte Abstecher in abgelegenere Regionen, darunter die Ostfjorde, das Gebiet rund um den Mývatn-See, die Snæfellsnes-Halbinsel sowie – bei geeigneter Witterung – ausgewählte Hochlandpisten (F-Straßen).

Charakteristisch für diese Route sind:

  • Extreme landschaftliche Kontraste innerhalb kurzer Distanzen
  • Geringe Verkehrsdichte außerhalb der Hauptstadtregion
  • Schnell wechselnde Wetterbedingungen
  • Kombination aus Asphalt, rauem Bitumen und Schotter
  • Lange, offene Kurven mit weitem Blick
  • Intensive Naturerlebnisse mit minimaler Urbanisierung

Die Tour richtet sich primär an erfahrene Motorradreisende, die neben Asphaltkomfort auch Schotterpassagen nicht scheuen. Ideale Fahrzeugtypen sind Reiseenduros, Adventure-Bikes oder robust ausgelegte Touring-Motorräder mit ausreichend Federweg und stabiler Bereifung.

Während die Ringstraße größtenteils asphaltiert ist, sorgen Wind, grobkörnige Beläge und vereinzelte Baustellenabschnitte für fahrerische Aufmerksamkeit. Hochlandpisten – sofern eingebunden – erfordern solide Offroad-Grundkenntnisse.


2. Führt von – nach – durch: Orte

Die Route verläuft im Uhrzeigersinn rund um Island mit strukturierten Etappen.

Tag 1: Reykjavík – Þingvellir – Geysir – Gullfoss – Selfoss
Tag 2: Selfoss – Vík – Skaftafell – Höfn
Tag 3: Höfn – Ostfjorde – Egilsstaðir
Tag 4: Egilsstaðir – Borgarfjörður Eystri – zurück nach Egilsstaðir
Tag 5: Egilsstaðir – Mývatn – Húsavík
Tag 6: Húsavík – Goðafoss – Akureyri
Tag 7: Akureyri – Skagafjörður – Blönduós
Tag 8: Blönduós – Snæfellsnes-Halbinsel
Tag 9: Snæfellsnes – Borgarnes – Reykjavík
Optional Tag 10: Hochlandabstecher (z. B. Richtung Landmannalaugar) oder Puffertag

Wichtige Etappenorte:

  • Reykjavík
  • Selfoss
  • Vík í Mýrdal
  • Höfn
  • Egilsstaðir
  • Húsavík
  • Akureyri
  • Borgarnes

Diese Orte bieten Tankmöglichkeiten, Supermärkte, Werkstätten und Unterkünfte. Da Tankstellen in dünn besiedelten Gebieten weit auseinanderliegen, sollte bei halbem Tankstand bereits nachgefüllt werden.


3. Welche Länder sind auf der Route

Die gesamte Motorradtour findet ausschließlich in Island statt. Das Land liegt isoliert im Nordatlantik zwischen Grönland und Norwegen. Es ist ein eigenständiger Staat mit etwa 370.000 Einwohnern und zeichnet sich durch eine einzigartige vulkanische Geologie aus.

Die Anreise erfolgt typischerweise:

  • Mit der Fähre von Dänemark nach Seyðisfjörður
  • Oder per Flug nach Keflavík mit Motorradtransport oder Mietmaschine

4. Länge der Motorradtour in km

Die Gesamtlänge variiert je nach Streckenwahl:

  • Reine Ringstraße: ca. 1.330 km
  • Mit Fjord- und Küstenabstechern: ca. 1.600 km
  • Mit Hochlandintegration: 1.800–2.100 km

Bei einer 9- bis 10-tägigen Tour ergeben sich entspannte Tagesetappen von durchschnittlich 180 bis 250 Kilometern. Aufgrund häufiger Fotostopps, Wetteranpassungen und landschaftlicher Eindrücke liegt die realistische Durchschnittsgeschwindigkeit bei 60–80 km/h.


5. Höhenmeter gesamt

Island ist kein Hochgebirge wie die Alpen, dennoch summieren sich die Höhenmeter deutlich.

  • Ringstraße gesamt: ca. 9.000–11.000 Höhenmeter
  • Mit Hochlandrouten: 13.000–16.000 Höhenmeter möglich

Der höchste Punkt der Ringstraße liegt bei rund 600–700 Metern. Hochlandstrecken können 900–1.000 Meter erreichen. Entscheidend ist weniger die absolute Höhe als vielmehr die Kombination aus Wind, Wetter und losem Untergrund.


6. Dauer (ungefähr)

Empfohlene Dauer: 9 bis 10 Tage

Vorteile gegenüber 7 Tagen:

  • Kürzere, entspanntere Etappen
  • Flexibilität bei schlechtem Wetter
  • Zeit für Hochlandoptionen
  • Mehr Raum für Wanderungen oder Gletscherexkursionen
  • Puffer für unvorhergesehene Bedingungen

Optimal ist ein integrierter Reservetag, da Sturm oder Starkregen einzelne Passagen unpassierbar machen können.


7. Schwierigkeit (Leicht / Mittel / Schwer)

Gesamteinschätzung: Mittel bis Anspruchsvoll

Leicht:

  • Asphaltierte Abschnitte der Ringstraße bei stabilem Wetter

Mittel:

  • Starker Seitenwind
  • Grobkörniger Asphalt
  • Temperaturunterschiede von unter 10 °C selbst im Sommer

Anspruchsvoll bis Schwer:

  • Hochland-F-Straßen
  • Schotterpisten mit Wellblech
  • Flussdurchquerungen
  • Nebel und eingeschränkte Sicht

Fahrer sollten:

  • Erfahrung mit wechselnden Untergründen haben
  • Gute Regen- und Kälteschutzkleidung mitführen
  • Reifen mit ausreichend Profil verwenden

8. Sehenswürdigkeiten auf der Route

Island bietet eine außergewöhnliche Dichte an Naturwundern.

Zu den bedeutendsten Stationen zählen:

  • Þingvellir-Nationalpark
  • Strokkur-Geysir
  • Gullfoss
  • Schwarzer Strand von Reynisfjara
  • Vatnajökull-Gletscher
  • Jökulsárlón-Gletscherlagune
  • Dettifoss
  • Mývatn-Geothermalgebiet
  • Goðafoss
  • Snæfellsjökull

Hinzu kommen unzählige kleinere Wasserfälle, Lavafelder, Küstenklippen und Fjorde, die nicht touristisch überlaufen sind. Gerade mit dem Motorrad entsteht eine unmittelbare Verbindung zur Landschaft – Wind, Temperatur und Gerüche werden intensiv wahrgenommen.


9. Übernachtungsmöglichkeit

Island bietet verschiedene Optionen:

Hotels und Guesthouses
Komfortabel, aber kostenintensiv. Frühzeitige Buchung notwendig.

Farmstays
Authentische Unterkünfte mit familiärem Charakter.

Campingplätze
Sehr gut geeignet für Motorradreisende. Weit verbreitet, solide Infrastruktur.

Hochlandhütten
Rustikal, teilweise nur über Schotter erreichbar.

Empfehlung:
Kombination aus festen Unterkünften und flexibler Campingoption erhöht die Reisesicherheit.


10. Warum diese Route außergewöhnlich ist

Diese 9- bis 10-tägige Motorradtour ist außergewöhnlich, weil sie mehrere Extreme vereint:

Geologische Dynamik
Man fährt durch aktive Vulkanzonen, über Lavafelder und entlang mächtiger Gletscher.

Klimatische Intensität
Sonne, Regen, Nebel und Sturm können sich innerhalb einer Stunde abwechseln.

Einsamkeit und Weite
Lange Strecken ohne Verkehr erzeugen ein Gefühl absoluter Freiheit.

Lichtphänomene
Im Sommer Mitternachtssonne, im Spätsommer spektakuläre Abendstimmungen.

Fahrerische Vielfalt
Asphalt, Schotter, Küstenwind, Hochland – alles in einer Reise kombiniert.

Island fordert Respekt und Planung. Wer vorbereitet startet, erlebt jedoch eine der eindrucksvollsten Motorradrouten Europas – nicht wegen perfekter Kurven, sondern wegen der elementaren Naturgewalt.


Die Motorradtour Island über 9 bis 10 Tage ist mehr als eine Rundreise – sie ist eine Expedition durch eine Landschaft, die sich ständig verändert. Sie verlangt Anpassungsfähigkeit, gutes Material und mentale Stärke. Gleichzeitig belohnt sie mit unvergesslichen Eindrücken, absoluter Weite und einer Intensität, die in Europa kaum vergleichbar ist.

Für ambitionierte Motorradreisende mit Abenteuergeist gehört die Island Route zu den spektakulärsten Tourenerlebnissen überhaupt.

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